Von Globuli und Heilpraktikern bis zu Chlordioxid, Peptiden und Looksmaxxing
Dr. Nora Pösl ist zum dritten Mal zu Gast. Diesmal geht es um Alternativmedizin in all ihren Spielarten: Homöopathie, Naturheilverfahren, Anthroposophie, Heilpraktiker und esoterische Gesundheitsprodukte. Warum wirken diese Angebote auf viele Menschen so plausibel und attraktiv? Welche Rolle spielen Aufmerksamkeit, Hoffnung, Placebo und Misstrauen gegenüber der regulären Medizin? Und wo kippt das Ganze ins Gefährliche? Wir sprechen über Chlordioxid, schwarze Salbe, DMSO, Methylenblau, Biohacking, Peptide und Looksmaxxing – und darüber, wie eng Gesundheitsversprechen, Selbstoptimierung, Esoterik und Verschwörungsdenken miteinander verbunden sein können.
Ein Stück Kreide. Gefunden bei Stonehenge. Eigentlich kein besonders spektakulärer Gegenstand – bis man sich fragt, warum genau dieses Stück Kreide plötzlich etwas bedeutet.
In der vierten Ausgabe von „What’s in the Box“ führt der Weg von einem prähistorischen Cursus bei Stonehenge über Woodhenge, Pömmelte und die Pyramiden zu der Frage, wie Monumente auf Menschen gewirkt haben müssen, als sie neu waren. Sebastian und Ali sprechen darüber, weshalb bestimmte Orte uns anziehen, obwohl wir ziemlich genau wissen, dass sie verändert, rekonstruiert und mit modernen Bedeutungen überlagert wurden.
Von dort geht es weiter zu Hippies, Esoterik, religiöser Ernsthaftigkeit, Synkretismus, Aberglauben und der Frage, wann ein Ritual eigentlich zur Tradition wird. Und irgendwann landet das Gespräch sogar bei Weihnachtsreden, Podcasts und Menschen, die Dinge übernehmen, ohne dass diejenigen, die sie begonnen haben, es überhaupt bemerken.
Dazwischen gibt es wie gewohnt einige Umwege – unter anderem durch Politik, Bibel, Magna Carta, Kölner Dom und die Frage, ob Menschen vor 5000 Jahren vielleicht einfach Spaß daran hatten, sehr große Steine aufzustellen.
Warum es beim Pferd manchmal schwer ist, Schmerzen überhaupt zu erkennen – und warum Menschen anschließend Dinge sehen können, die gar nicht passiert sind.
Sebastian Bartoschek spricht zum zweiten Mal mit Eva-Maria Flick von EQUIconfide über Pferde. Diesmal geht es weniger um die Geschichte des Pferdes und mehr um die Psychologie rund um Krankheit, Behandlung und vermeintliche Heilung.
Wie merkt ein Pferdehalter überhaupt, dass seinem Tier etwas fehlt? Warum können Pferde nicht erbrechen? Was hat die Haltung mit Magenproblemen und Koliken zu tun? Und was passiert, wenn zum kranken Pferd nicht nur Tiermedizin, sondern menschliche Erwartungen, Ängste und Hoffnungen hinzukommen?
Damit landen Eva und Sebastian beim Placebo-Effekt und vor allem beim Placebo-by-Proxy: Das Pferd erwartet vielleicht gar keine Heilung – aber sein Mensch tut es. Verhalten wird plötzlich anders interpretiert, spontane Besserungen werden einer Behandlung zugeschrieben und durch klassische Konditionierung kann sich sogar beim Tier tatsächlich Verhalten verändern.
Von dort geht es weiter zu Homöopathie, Nahrungsergänzungsmitteln, vermeintlichen Therapiedecken, Tierkommunikation und der Frage, warum pseudomedizinische Angebote gerade dann attraktiv werden können, wenn ein Tier ernsthaft krank ist. Es geht um Kontrollverlust, Selbstwirksamkeit, selektive Wahrnehmung, den Wunsch nach besonderem Wissen – aber auch um etwas sehr Menschliches: die Angst um ein Tier, an dem das eigene Herz hängt.
Und schließlich um die Frage, ob Pseudomedizin manchmal auch deshalb so erfolgreich ist, weil ihre Anbieter etwas bieten, für das in Medizin und Tiermedizin häufig zu wenig Zeit bleibt: zuhören.
Was ist eigentlich „echte“ Esoterik? Im zweiten Gespräch mit Dr. Nora Pösl geht es von Aleister Crowley, Blavatsky, Wicca und Geheimwissen bis zur Frage, wo Esoterik zur Religion oder Ideologie wird. Wir sprechen über Foucault, Wissenssoziologie und „braune Esoterik“ – also die Verbindung esoterischer Vorstellungen mit völkischem Denken, Rassismus und Antisemitismus. Danach zerlegen wir den Begriff Verschwörungstheorie: Was unterscheidet Behauptung, Theorie, Erzählung, Mythos und Ideologie? Mit dabei: 5G, QAnon, Flat Earth, der hohle Mond und die Frage, warum manche Verschwörungsgeschichten verschwinden und andere Jahrhunderte überleben.
Thot soll uraltes Geheimwissen hinterlassen haben. Atlantis soll hinter den Smaragdtafeln stecken. Ägyptische Königslisten sollen Herrscher aus einer Zeit vor der Sintflut nennen. Und die Cheops-Pyramide? War angeblich gar kein Grab, sondern vielleicht ein gigantisches Kraftwerk.
In ihrer zweiten BartoCast-Folge geht Ägyptologin Roxane Bicker mit Sebastian Bartoschek dorthin, wo Ägyptologie auf Para- und Pseudoarchäologie trifft.
Woher stammt das „Buch des Thot“ tatsächlich? Wie wurden Thot und Hermes Trismegistos miteinander verbunden? Wann kamen die Tabula Smaragdina und schließlich Atlantis ins Spiel? Und was haben ägyptische Überlieferungen über göttliche Herrscher wirklich mit angeblichen vorsintflutlichen Hochkulturen zu tun?
Anschließend geht es um die Cheops-Pyramide selbst: Sarkophag, fehlende Pyramidentexte, Bauinschriften, Arbeitermannschaften und die Entwicklung des Pyramidenbaus. Schließlich steht die These vom „Pyramiden-Kraftwerk“ auf dem Prüfstand – einschließlich Großer Galerie, Wasser- und Schlammspuren und Stefan Erdmanns Untersuchungen.
Eine Folge über Pyramidenmythen, Quellenkritik und die Frage, warum die Wirklichkeit des Alten Ägypten häufig wesentlich interessanter ist als die Geschichten, die die Pseudoarchäologie daraus macht.
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